BLASMUSIK NEUSCHÖNAU

In mehreren Gemeinden des Landkreises Freyung / Grafenau bestanden bereits einige Jugendblaskapellen.
Diese Tatsache war der Anlass, dass der damalige Neuschönauer Pfarrer, Martin Stiegler, im Sommer 1974 die Gründung einer Blaskapelle in Neuschönau anregte.

Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Diözese Passau, welche 8 Instrumente und mit Herrn Brein auch einen musikalischen Leiter zur Verfügung stellte, konnten die ersten Nachwuchsmusikerinnen und -musiker schon kurz darauf mit ihrer Ausbildung beginnen.
Diese ersten "Musiker" waren: Sabine und Stefan Breit, Marita und Elmar Habereder, Walter Reitmaier, Peter Schreib (alle Neuschönau), sowie Harald Schopf (Altschönau).

Als Herr Brein bereits nach kurzer Zeit seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, trat ab Januar 1975 Herr Michael Roell vom Stadttheater Passau seine Nachfolge an.
Herr Roell war ein hochqualifizierter und strenger Lehrer und so erfolgte bereits am Ostersonntag 1975 der erste, öffentliche Auftritt der Bläsergruppe in der Pfarrkirche Neuschönau.

Zu den o.g. Jungbläsern gesellten sich 1974/75 noch Christine Obermeier und Oswald Schreiner (Neuschönau) sowie Max Mandl und Horst Schreiner (Forstwald).

Neben dem musikalischen Leiter, Herr Michael Roell wurden bei einer Elternversammlung Herr Franz (Stefan) Breit und Ludwig Reitmaier als Elternsprecher gewählt. Mehrere Spenden ermöglichten 1975 den Ankauf einer Tuba und eines Schlagzeuges. Erster, stolzer Tubist war Richard Blöchinger aus Altschönau. Auch eine erste Tracht wurde angeschafft.

Als neue Mitglieder gesellten sich 1976 noch Georg Schinabeck, Heidi Stadler, Thomas Toth (Neuschönau) und Stefan Weiboldshammer (Altschönau) zur Bläsergruppe.

Geprägt durch die starke Bindung an die Diözese, bildete Roell die Bläsergruppe überwiegend für Kirchenmusikzwecke aus. Darüber waren die örtlichen Vereine, welche die Blaskapelle von Anfang an finanziell unterstützten, unzufrieden, da sie bei weltlichen Anlässen nach wie vor auf auswärtige Musikkapellen angewiesen waren. Nach mehreren massiven Auseinandersetzungen legt Michael Roell im April 1977 sein Amt nieder.

Durch den unermüdlichen Einsatz von Franz Breit wurde mit Josef Schuster aus Reichenberg - Siedlung bald ein neuer Kapellmeister verpflichtet. Josef Schuster, ein Erzmusikant, aus dem Böhmerwald stammend, der sein Amt im Mai 1977 übernahm, fand gut ausgebildete Musiker auf dem Gebiet der Kirchenmusik vor. Er vollzog in seiner, fast 10-jährigen Dirigentenzeit in Neuschönau, eine erfolgreiche Ergänzung von der reinen kirchlichen Bläsergruppe zu einer traditionell bayerischen Jugendblaskapelle. Die Kapelle wurde durch drei Klarinetten erweitert. Als neue Mitglieder kamen Günter Ranzinger (Horex) Haslach, Armin Eiler, Anton Schreiner (Neuschönau) und Stefan Kargus (Altschönau) zur Ausbildung.

Mit Franz Breit, der am 10. Februar 1979 nach langer Krankheit verstarb, verlor die Jugendblaskapelle einen Mann der ersten Stunde. Die Lücke, die der "Stefan" hinterließ, machte sich in den folgenden Jahren bei mehreren massiven Krisen bemerkbar, bei denen des öfteren der Weiterbestand der Jugendblaskapelle gefährdet war.

1. Vorstand Richard Schreiner sen.
2. Vorstand Dorothea Breit
Schriftführer Walter Schneider
Kassier Walter Schneider
Beisitzer Anneliese Schopf
Beisitzer kraft ihres Amtes

Pfarrer Heinrich Erhart
Kapellmeister Josef Schuster

Außerdem wurde festgesetzt, dass ein aktives Mitglied der Vorstandschaft angehören solle.

Die erste Mitgliederversammlung des Vereines fand am 30. August statt. Hier wurde eine Satzung des Vereines beschlossen und dass der Verein in das Vereinsregister eingetragen werden soll, der Verein den Namen:

"MUSIKVEREIN NEUSCHÖNAU e.V."

tragen soll. Die Vorstandschaft wurde bestätigt.

Musikalisch verlief das erste Vereinsjahr relativ ruhig. Es wurden vor allem die sog. "Pflichtaufgaben" im kirchlichen Bereich voll erfüllt. Dem Kapellmeister Josef Schuster machte bereits zu dieser Zeit eine Herzerkrankung schwer zu schaffen, dennoch kam es überraschend, als er im Januar 1986 seinen Rücktritt in nächster Zeit erklärte.

Bei der ersten Jahreshauptversammlung am 5. März 1986 im Gasthaus Alfons Schinabeck, wurde den, nun bereits 95 Mitgliedern, Rudi Lang aus Schönbrunn a. L. als neuer Dirigent vorgeschlagen. Josef Schuster, der sich hintergangen fühlte, erklärte seinen sofortigen Rücktritt. Im Verlauf der weiteren Versammlung kam es zu turbulenten Auseinandersetzungen, welche sich besonders gegen Schriftführer u. Kassier Walter Schneider richteten. Schneider trat daraufhin von seinen Ämtern zurück.

Nachdem sich die Wogen etwas geglättet hatten, fand am 27. Juli eine Generalversammlung statt, bei der Rudi Lang offiziell als neuer Dirigent vorgestellt und bestätigt wurde. Als Nachfolger von Schriftführer und Kassier Walter Schneider, wurde das aktive Mitglied Harald Schopf gewählt.

Rudi Lang hatte ein schwieriges Erbe angetreten. Die Jugendblaskapelle konnte auf kein eigenes Notenmaterial zurückgreifen, da das bisherige Privateigentum von Josef Schuster war. Rudi Lang war mit dem Ziel angetreten, in etwa 4 bis 5 Jahren in Neuschönau eine gute Blaskapelle formen zu wollen. Ein Schwerpunkt sollte dabei die Förderung des Nachwuchses sein. Weitere aktive Mitglieder, Ralf Mandl, Martin Schopf, Tanja Weinberger und Robert Gaisbauer kamen 1987 zur Blaskapelle. Auch fast alle Musiker, welche beim Ausscheiden Schusters, für sein Verbleiben gestimmt hatten, kamen zurück. Sie waren von der Art und den neuen, musikalischen Perspektiven, die Rudi Lang ihnen anbot begeistert und machten mit neuem Elan weiter. Die gute Zusammenarbeit des Dirigenten und Ausbilders Rudi Lang mit der Vorstandschaft des Musikvereins Neuschönau brachte einen äußerst positiven Aufwärtstrend, so dass die Neuschönauer Blaskapelle bereits über die Landkreisgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf geniesst. Im Gemeindebereich von Neuschönau ist "ihre" Blaskapelle nicht mehr wegzudenken. So sind ihre Mitwirkung bei Gottesdiensten, Beerdigungen, Platzkonzerten, Musikabenden und die Mitwirkung an Heimatabenden und Weihnachtsfeiern, ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft geworden; eine Kapelle, welche sich mit steigendem Leistungsstand immer mehr der konzertanten Blasmusik widmet, so dass ihre traditionellen Konzerte im Frühjahr und zu Weihnachten stets Höhepunkte des kulturellen Lebens in der Gemeinde bilden.

Als neue, aktive Mitglieder wurden in die Kapelle aufgenommen:
1989: Robert Kübler, Wolfgang Kübler, Andreas Poxleitner, Robert Sagmeister, Heinz Schneider.
1990: Michael Ascher, Karolin Biebl, Markus Biebl, Wolfgang Biebl, Manuel Niedermeier, Nicole Pfister, Matthias Schreiner, Sandra Spitzenberger, Alexander Wolf, Martin Wolf, Alexander Madl, Thomas Madl.
1991: Ilonka Billinger, Sabrina Kenk, Heinz Lang,  Simone Schreiner, Simone Vogl, Sonja Zaglauer.

Der "Musikverein Neuschönau e.V.", der als weiteren, wichtigen Schritt in seinem Bestehen, dem Musikbund von Ober- und Niederbayern beitrat, verfügt derzeit (Stand Jahreshauptversammlung 1993) über 164 Mitglieder. Folgende Vorstandschaft befindet zur Zeit ihres 20-jährigen Bestehens, über die Geschicke des Vereines:

Die Vorstandschaft des "Musikverein Neuschönau e.V." im März 1994 und bestimmt noch viele weitere Jahre gedeihlicher Zusammenarbeit.

1. Vorstand Richard Schreiner sen.
2. Vorstand Anton Schreiner jun.
Schriftführer Jürgen Segl
Kassier Horst Schreiner
Beisitzer/Elternsprecher Andreas Wolf
Beisitzer kraft ihres Amtes

Pfarrer Heinrich Erhart
Dirigent Rudi Lang

Die gesamte Gemeinde Neuschönau wünscht "Ihrer" Blaskapelle und dem "Musikverein Neuschönau e.V." noch viele Gründungsfeste, sowie viel Rhythmus und Harmonie bei ihrer Musik und echte Kameradschaft im Verein.

Ein G'stanzl vom Roider Jackl drückt alle Wünsche der Neuschönauer Musikfreunde aus:

Musikant'n blast's eini,
geht's krumm oder g'rad,
blast's den alten Dreck aussi,
damit aa neuer Platz hat!

Abschrift aus der Chronik vom 17.Juni 1994 zum 20-jährigem Gründungsfest.

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